OBELODE

Genealogie - Steinhagen

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Genealogie – Ursprünge

In dieser Dokumentation sind die Herkunft, Bedeutung und Fortentwicklung meines Namens Obelode beschrieben. Der Name hat sich aus der ursprünglichen Schreibweise Ubbenlo über diverse Schreibweisen wie Ubbelohde, Ubbeloer, Ubloh, Obbelode zu Obelode hin entwickelt. Dies ist in meiner direkten Vorfahrenlinie väterlicherseits zu sehen, die bis ins Jahr 1723 dokumentiert ist. Einige Schreibweisen sind im Laufe der Jahrhunderte verschwunden; heute existieren vorwiegend die Schreibweisen Ubbelohde, Obbelode und Obelode. Sowohl der Name als auch der Ursprungsort sind wie bei wenigen anderen Namen definierbar und konkret auf eine bestimmte Hofstätte in der Senne bei Bielefeld zurück verfolgbar.

Karte Ostwestfalen

Nach den heute verfügbaren alten Dokumenten sind neben dem Ursprungshof in der Senne vier weitere Plätze in Nordrhein-Westfalen im Raum Bielefeld – Gütersloh mit Höfen oder Namensnennungen bekannt. Es sind dies die heutigen Orte bzw. Ortsteile:

Senne I

Das älteste verfügbare Dokument ist eine Ravensberger Urkunde aus dem Staatsarchiv Münster aus dem Jahre 1272, westfälisches Urkundenbuch, Band IV, Nr. 1235. Dort wird der Name Ubbenlo erstmalig erwähnt: dritte zeile, rechte Hälfte.

In der Zeit der großen Binnenkolonisation im 12. Jahrhundert siedelte sich eine Sippe in der Gegend der heutigen Senne bei Bielefeld südlich des Teutoburger Waldes an und nahm freies Land in Besitz. Mitglieder der Sippe wurden als sesshaft in Ubbenlo erwähnt. Die Bedeutung von Ubbenlo ist: diejenigen, die am Wald leben. Viele andere Höfen in der Umgebung trugen ebenfalls die Endsilbe -lo oder -loh. Damit wurde in alter Zeit ein Laubwald oder Hain bezeichnet, der hier in der kargen Heide- und Nadelholzlandschaft der Senne auf eiszeitlichen Grundmoränen wuchs, die hier stellenweise an die Erdoberfläche treten und die Laubwälder mit den lebensnotwendigen Mineralien versorgen. Das älteste Dokument mit dem Hinweis auf die Existenz des Hofes stammt aus dem Jahr 1272: Ubbenlo war abgabepflichtig an das Stift zu Schildesche. In den folgenden Jahrhunderten siedelten sich dort noch weitere Sippen an; deren Höfe tragen oder trugen bis ins 20. Jahrhundert ebenfalls den alten Namensteil -lo:

  • Ubbenlo, Senne I № 2 (später Obbelode)
  • Eddincklo, Senne I № 3 (Edingloh)
  • Henneke Loman, Senne I № 4, (später Lohmann)
  • Scherpplo, Senne I № 6 (Scherpel)
  • Godeslo, Senne I № 8 (Niedergassel)
  • Bocklo vor dem Berge, Senne I № 9 (später Bekel)

Hof Obbelode, Senne I № 2

Der älteste, heute noch erhaltene Hof in Bielefeld-Senne I, Hof 'Obbelode', Senne I № 2, erbaut im Jahr 1582.

Der Hof, ursprünglich Ubbenlo, mit dem Haupthaus aus dem Jahr 1582 ist der älteste, heute noch erhaltene Hof in der Senne. Nach der Torinschrift geht das historische Hofgebäude auf das Jahr 1582 zurück und wurde in seiner heutigen Form von Johann Dirck Ubbelohde und Angenete Ilsabein Schulte auf dem Erley im Jahre 1749 neu- und umgebaut bzw. erweitert und von dem Meister Andreas Kampeter aufgerichtet. Das bis heute bewirtschaftete Gebäude ist ein Zweiständer-Fachwerkbau mit gut erhaltenem Ständer-, Riegel- und Rahmenwerk. Innen ist das Haus in Deele, Flett und durch einseitige Kübbungen erweitertes Kammerfach aufgeteilt.


Torbalkeninschrift über der Deelentür:

JOHAN DIRCK UBLODE UND AGNETE ILSABEIN SCHULTE AUF DEM ERLEY DIESE BEIDEN EHLOTE HABEN DIS BAUWEN UND AUFRICHTEN LASEN DEN 25 JULIUS 1749 M. ANDREAS KAMPETER ANNO M. JOH. 1582

Inschrift über der Seitentür:

ARDINOLT REINHART OBELOTE UND ANNA CATRINA MARIA DEPENBROCKS HABEN DIESES HAUS IM JAHR 1822 UND DEN 28. JULI BAUET UND AUFRICHTEN LASSEN M.P.

Chronologische Dokumentation des Hofes Ubbelohde, Senne I № 2

Zur Hofgeschichte sind eine ganze Reihe historischer Dokumente erhalten geblieben, welche die Geschichte seit dem Jahr 1272 bis in die heutige Zeit dokumentieren. Quellenangaben

JahrHistorische Fundstelle
1272Das älteste verfügbare Dokument ist eine Ravensberger Urkunde aus dem Staatsarchiv Münster aus dem Jahre 1272, westfälisches Urkundenbuch, Band IV, Nr. 1235. Dort wird der Name Ubbenlo wie folgt erwähnt (Auszug): »Gräfin Hedwig von Ravensberg bekundet Ueberlassung eines Zehnten seitens des Klosters Schildesche an Vogt Konrad in Bielefeld, 1271 Januar 24. ... bescheinigen wir (die Gräfin Hedwig von Ravensberg), dass der ehrwürdige Probst Heinrich an der Kirche von Schildesche ... den Zehnten von Ubbenlo dem Advokaten Konrad in Bielefeld ... für Zeit seines Lebens überträgt.« [Q1]
1450Heberegister des Stiftes Schildesche: »Hic sunt redditus ecclesie Schildesensis de granario dantur. [...] Ubbenloe: primo dat decimam suam, diende dat III unica ovorum et IIII pullos.« Dieses sind die Einkünfte des Schildescher Stifts, die vom Stiftsspeicher gegeben werden. [...] Zuerst gibt er seinen Zehnten, dann gibt er 3 Unzen Eier und 4 Hühner.
»Infrascripta sunt redditus pecuniales, qui eciam notati sunt circa redditus predictos. [...] Ubbenlo XIX solidos.« Das Nachfolgende sind Geldeinkünfte, die auch im Umfeld der vorgenannten Einkünfte notiert worden sind. [...] Ubbenlo 19 Goldmünzen. [Q2]
1491Kuhgeldregister: »Ubbenlo 6 Scheppel« [Q3]
1496Haferabgabenregister des Amtes Brackwede: »Gebeden haver uthem ampt to Brackwede Ubbenlo 1 molt haver.« [Q4]
1535Vogtbericht: »Ubbenlau to schulde 1 marck, 3 par honer, 1 gulden to dinst, dem stichte to Schilske 1 molt roggen, 8 schepel haveren, 1 swin wan, mast is.« [Q5]
1535Verzeichnis der Eigenleute in der Vogtei Brackwede, De buer to Brackwede: »Greten by den Ubenlau hoert Mynem Gnedigen Hern.« [Q5]
1549Dienstgeldverzeichnis: »Dennstgelt uth der Voigdienn to Brackwede: Ubbenlo, Godeßlo 2 Gg.«
1549Markzuschläge: »Market toslege der Voigdienn Brackvidenn Ubbenloe 6 Sch.«
1556Ravensberger Urbar: »735. Johan Ublohe, halbspan, kompt Meinem Gnedigen Hern mit weib und kindern zu. Sitzt uf des stiffts zu Schildeßke erb, Mein Gnediger Her hat die besaet etc. Huis, hof und garden 9 schepel roggen. Sedig land: ligt in einem feld 4 molt 10 schepel roggen. Wisch: ein wisch 2 foder. Diech: zwei diech vur dem Hove. Mast: zu 20 schweinen eichen, darunder etlich dustholtz. Schulde: Meinem Gnedigen Hern 1 marck 1 schillinck, 1 holtschwein, 6 honer; dem custer ½ scheppel roggen; dem stift zu Schildischke 1 molt roggen, 18 scheppel haver; Meinem Gnedigen Hern marckgelt 6 schillinge. Diensten: Meinem Gnedigen Hern 1 goltgulden neben den beidiensten. Drifft in die Send.« [Q8]
1565In der Schnatkarte aus dem 16. Jahrhundert ist die Rittpergische Gräntze nach Ravensberg dargestellt, deren Verlauf entlang bestimmter Landmarken verzeichnet ist. Der Inhalt der Karte konzentriert sich primär auf den Bereich entlang des Dalkebaches, jedoch ist ganz weit im Nordwesten in Richtung Brackwede der Hof Ubbenlohe eingezeichnet. [Q9]
1676Viehregister des Amtes Sparenberg: »Ubbelohde, 3 Pferde, 4 Kühe, 2 Rinder, 2 Schweine, 20 Schafe« [Q10]
1680Register der Pflug-, Egge- und Handdienste für das Amtshaus Sparenberg: »Ubbelohde undt Neddergarßel (Niedergassel) thun des Jahrs mit dem Pflug un Span 6 Dienste oder geben für jeden dienst 18 gr 3 Th (Diese beyden führen umb das ander Jahr die Heyde in dem newenhofe als 24 fuhren).«
1682Visitationsregister: »Jocob Ubbelohde« [Q12]
1685Dienstgeldregister: »Senne Bauerschaft, Ubbelohde, hat gegeben 2 Taler, 18 Mariengroschen« [Q13]
1685Landmessungs- und Contributionssatzregister: »Ubbelohe halbspänner, 24 scheffel, 3 Spint« [Q14]
1686Brandenburgisches Bonitierungskataster: »Ubbelohe, halbspänner, Seiner Churfürstlichen Durchlaucht eigen.«
1693Kontributionsregister: »Ubbeloh: 95 – 7 – 1« [Q16]
1693Bonitierungssregister: »337 Ubbelohde, Halbspänner: Sr. Churfürstl. Durchl. Eigen, Der Garte 2 Sch. 2 Be., beym alten Hause: 4 Sch. 4 Sp., Ein Garte vorm Hofe 2 Sp. ½ Be.
Sädig land: Das hinnern Feld 32 Sch., Das Land hinterm garten 9 Sch. 1 Sp. 2 Be., Die Hofe 13 Sch. 1 Sp., Im Kampe 2 Sch. 3 Sp. 2 Be., Im Schlage 1 Sch. 2 Sp., Das große Feld 108 Sch., Der unterste zustrich(?) 4 Sch. 3 Sp., Unland aufm achtern Braackfelde 6 Sch., Im Venne 24 Sch., Im recke 6 Sch., Summe 180 Sch. 2 Sp.
Heu-Wachs: Die Niedere Wiese 12 Sch. 1 Sp. 2 Be., Ein Plack bey der Niedere wiese 2 Sch. 2 Sp.
Teiche: Der unterste vischteich 1 Sch. 3 Sp., Der mittelste 1 Sch., Der platte teich 1 Sch., Der große Teich Zur Halbscheid 1 Sch. 1 Sp. 2 Be., die andere Halbscheid gehört Osthus. Summe 5 Sch. 2 Be.
Gehöltz: Auf dem Hofe 1 Sch. 2 Sp., In brun orde 4  ch., Ufr Becke 4 Sch., bey der Wisch am großen Teich 2 Sp., In der Schlagen und bey der Wisch 8 Sch., Das Broock 10 Sch. Summe: 25 Sch.
1719: Der Zuschalg, nach abzuge für den Postweg 16 Sch. 3 Sp.
Haus und Hoff 16 Thlr., Leibzucht 1 Thlr. 18 gr., Kotte 1 Thlr. 18 gr.« [Q17]
1706Summarisches Landmessungsregister: »Senne Bauerschaft, 2 Ubbelohde« [Q18]
1706 - 1711Burgfestdienste: »furen, Ubelode und Niedergaßell (...)« [Q19]
1713Kontributionssatzregister: »Baurschaft Senne, Nr. 2 Ubbelode 337, 122 13 10 ½ (...)« [Q20]
1721Praestationsregister des Amtes Sparrenberg, Brackwedeschen Distrikts: »№ 2, Jacob Ubbelohde, Ein Königlich Eigenbehöriger Halbspänner. Quas: welcher gestalt er auf die Stette gekommen? Re: Wäre darauf gezogen und gebohren, seine Frau aber hätte durch entrichtung eines weinkaufs á 12 GGl. für 20 Jahren sich qualificieret. Gibt jährlich An die Königl. Renthey dieses Amts: An pfacht 1 Thlr. Woher diese prästation rühret, ist nicht ausfündig zu machen. An dienstgeld: 1) Ordinaire inclus. 1 Thlr., 19 gr., 6 Pf. verhöhung: 4 Thlr., 4 gr., 6 Pf. Wofür er wöchentlich einen Spann–Dienst mit 2 Pferden zu thun gefällig ist. 2) Extraordinaire dienstgeld: 2Thlr., 18gr. Wie viel dienste solcher halb in natura vorher haben geleistet werden müssen, hat nicht nachgewiesen werden können. An Markgeld: 1 Thlr., 25 gr., 9 Pf. 6 Gänse 12 gr. Rühret von ausgewiesenen Zuschlägen her. An das Amtshauß Sparrenberg: 1 fuder hofholtz. An den Amtmann: 1 fuder holtz auf den Hölting« [Q21]
1723Kavalleriegeldregister: »Bauerschaft Senne, № 2, Ubbelohde 2 – 30« [Q22]
1723 - 1724Leibzüchterverzeichnis: »Verzeichnis der gantzen und halben Leibzüchters des Kirchspiels Brackwede vom 25 December 1723, Senne Bauerschaft: Alte Ubbelohde die halbe Leibzucht 2« [Q23]
1725Kontributionsregister: »Bauerschaft Senne, № 2, Ubbelohde 2. – 25.« [Q24]
1749Rektifiziertes Praestationsregister: »Bauerschaft Senne, Contributionsnr. 2, Ubbelohde, Stehende Geldrente: 1Thlr. Markengeld: 2 Thlr., 12 gr., 12 Pf. Sterbfall und Weinkauf von Eigenbehörigen: 6 Thlr., 20 gr., 11 Pf. 8 Hühner, Dienste: 56 mit 2 Pferden: 7 Thlr., 18 gr., 8 Pf. Hof–Holtz: 1 Fuder. Hofstroh: 4 Garben, Fette Schweine: 1« [Q25]
1773Contributionsregister: »Bauerschaft Senne, Vogtey Brackwede, Amts Sparrenberg, Contributions Nummer 2, Nahme des Contribuenten: Ubbelohde, Soll geben an Contribution: 32Rthlr., 12 ggr. Summa Contribution incl. Zuschlags Gelder in 11 Monaten: 29 Rthlr., 19 ggr., also monatlich 2 Rthlr., 17 ggr. Cavallerie Geld in 12 Monaten: 14 Rthlr., 13 ggr., also monatlich 1 Rthlr., 5 ggr., 1 pf.« [Q26]
1775Markenteilung: »Ubbelode dem König eigen, hinter dem Lippstädter Wege sub Nr. 2, 43 Morgen, 84 Ruten«
1808 - 1810Prästationsregister der Vogtei Brackwede: »Senne, No. 2: Ubbelode, amtseigen. Markengeld: 3 Thlr., 10 gr., 2 Pf. Sterbfall und Weinkauf: 6 Thlr., 20 gr., 11 Pf. 1 Fuder Hofholz: 1 Thlr. 4 Garben Hofstroh: 1 gr., 2 2/3 Pf. 12 Hühner: 1 Thlr., 2 gr. Dienstgeld: 7 Thlr., 18 gr., 8 Pf. Holzfuhrengeld: 1 Thlr. Summe pro 1808: 21 Thlr., 8 gr.« [Q28]
1825Urkataster: »Obbelode Ernst Heinrich, Anerbe (geb. Scherpel)«
1857Schadensanzeige: »Am 28. Febr. ist das Töpfer-Gebäude des Colon Obbelode № 2 zu Senne I, welches bei der Aachen-Münchener Feuer-Sozietät zu 600 Rth. versichert war, abgebrannt.«
1867Mutterrolle: »Heidbrink Karl, Viehhändler, durch Ankauf nach Zwangsversteigerung«
1908Mutterrolle: »Flaßkämper Adolf, aus Gadderbaum, durch Ankauf für 36.000 Mark«
1964Liegenschaftsbuch: »Schüßler Martin und Ehefrau Irmgard, geb. Krullmann, Nichte der Frau Flaßkämper«

Besitzer und Erbfolge des Hofes Ubbelohde, Senne I № 2

  • Johan Ublohe, im Urbar von 1556 genannt.
  • nicht ermittelbar im Zeitraum 1556-1677
  • Jacob Ubbelohde (* 1657, + 26.11.1721)
    ⚭ vor 1677 NN, Ilsabein (* ca. 1641, + 03.08.1721)
  • Johann Obbelau (* 09.1677, + 23.04.1744) Anerbe
    ⚭ vor 1713 NN, Trine Margarethe Ilsabein (* 1688, + 08.02.1762)
  • Jost Dirk Ubbelohde, (* 30.03.1723, + 22.04.1766) Anerbe
    1.⚭ 01.11.1739 Agnete Ilsabein Schulte zum Orle (* 06.02.1718, + 08.11.1753) Colonentochter von Avenwedde Nr. 7
    2.⚭ 25.03.1754 Anne Cathrine Hinnei (* 18.03.1731, + 02.02.1813) Colonentochter von Quelle Nr. 6
    2.⚭ 12.12.1766 Johann Herm Upmann (~ 02.03.1721, + 23.07.1786) Colonensohn von Künsebeck Nr. 6
  • Henrich Herman Ubbelode, (* 04.12.1743, + 29.03.1814) Anerbe
    ⚭ 13.10.1770 Anne Marie Ilsebein Eilers (* 03.12.1749, + 13.12.1828) Tochter des Müllers von Senne I Nr. 3
  • Arnold Reinhard Obbelode, (* 11.09.1774, + 13.10.1826) Anerbe
    ⚭ 15.12.1805 Cathrina Marie Depenbrock (* 19.10.1783, + 05.12.1837) Colonentochter von Brock Nr. 4
  • Hanna Henriette Obbelode (* 17.01.1806, + 30.5.1834) Anerbin
    1.⚭ 12.09.1824 Ernst Heinrich Scherpel gen. Obbelode (* 03.04.1795, + 09.03.1862) Colonensohn von Senne I Nr. 6, wird Colon Obbelode
    2.⚭ 03.11.1834 Christine Wilhelmine Obbelode (* 04.09.1819, + 10.05.1869) jüngere Schwester der Anerbin
  • August Heinrich Heidbrink (* 03.09.1830, + 03.03.1889) Besitzer durch Kauf ab 1867
    ⚭ 14.05.1852 Anne Margarethe Elisabeth Rubenstroth (* 09.06.1832, + 20.10.1886)
  • Carl Heinrich Heidbrink (* 03.04.1870)
    vor 1898 Anna Johanna Tölke
  • Adolf Flaßkämper, Besitzer durch Kauf ab 1908
  • Martin Schüßler, Besitzer durch Kauf seit 1964
    ⚭ Irmgard Krullman


Mitte des 19. Jahrhunderts geriet der damalige Besitzer in finanzielle Schwierigkeiten und der Hof musste verkauft werden. Bei einer Versteigerung wurde die Besitzung, einst einer der größten Sennehöfe, auf 27 Bewerber aufgeteilt. Der Resthof mit dem großen Bauernhaus gelangte im Jahr 1867 in den Besitz der Familie Heidbrink. Um 1908 ging der Hof in den Besitz von Adolf Flaßkämper über. Seit 1964 wird der Hof von Familie Schüßler landwirtschaftlich als Nebenerwerbsstelle genutzt.

Straßenschild
Straßenschild

In der unmittelbaren Umgebung des Hofes im heutigen Senner-I-Ortsteil Windflöte tragen zwei Straßen ebenfalls den Namen: Obelodenfeldweg in unmitttelbarer Nähe des Hofes und Oblohs Heide in einer neueren Wohnsiedlung, die auf der ehemaligen Heidefläche gebaut wurde.

Bielefeld

Im Gegensatz zu den ländlichen Orten Senne, Sende und Gütersloh-Blankenhagen erscheint der Name Ubbelohde erstmals im Jahr 1513 in einer Urkunde der Stadt Bielefeld. Diese städtische Linie ging wohl aus einem weichenden Erben des bäuerlichen Senner Stammhofes im Zeitraum des 15. Jahrhunderts hervor. Aus diesem Bielefelder Zweig entwickelte sich eine aristokratische Linie, die sich um 1700 in den Magdeburger- und Hannoveraner Bereich verzweigte und bis heute in Deutschland und den USA weiterlebt.

Chronologische Dokumentation der Bielefelder Ubbelohde-Linie

JahrHistorische Fundstelle
1513Urkunden des Neustädter Herrarchivs zu Bielefeld: »Lambert Kock und seine Frau Gese verkaufen dem Ludeke Rethag, Besitzer des Lehens St. Petri + Pauli eine Rente von ½ Gg. auf ihr Haus und Grundstück in der Neustadt, zwischen den Häusern der Henselinschen und des Bernt Budden. Rückschrift: Grete Ubbelaw 1568.«
ca. 1590Tagebuch Engelbrecht: »Grethen Ubbennloe : ½ Tlr Jährlich an Benef. S. Martini, Petri und Pauli (Pastor Neustadt).«
1579St. Maria Akten: »Johan Ubbenlou: Einnahme von Gartenzins, 12 Mark + 3 Mark Weinkauf«
1597Reichskammergericht (RKG): »Zeugenverhör 21.8.1597: Zeuge Henrich Ubbenlohe, an die 55 J. alt, Steinhauer, *[ca. 1542] Bielefeld, habe in der Jugend auf sein Handwerk gewandert
1626 - 1680Jobst Henrich Ubbelohde, ist Ratsherr und Richter im Obergericht Bielefeld
1626: geboren am 11.8.1626 in Bielefeld
1652: Matrikel Jena: »immatrikuliert im Sommersemester 1652, aus Bielefeld«
1655: »Justus Heinrich Ubbelohde, aus Bielefeld, Disputatio juridical inaurugalis de executione, Jena 13.10.1655«
1656: Heiratet in St. Jacobi, Bielefeld, Mettel Margarethe Consbruch aus Enger, *ca. 1630, +17.3.1693, Tochter des Amtsschreibers zum Sparrenberg Theodor Consbruch.
1666 - 1680: Richter in Bielefeld
1680: Kirchenbuch Bielefeld-Neustadt: »gestorben am 7.9.1680, Jost Henrich U., Richter, 55 Jahre«
1657 - 1711Albrecht Dietrich Ubbelohde, Sohn des Jobst Henrich Ubbelohde
1657: getauft am 24.4.1657 in Bielefeld-Altstadt
1694: Wolf Ernst Aleman, Commisionssecretarius und Amtsschreiber zu Sparrenberg, Herausgeber und Schreiber der Ravensberger Collectaneen: »1694 Verwalter des Gogerichts: De dato Cölln a.d. Spree 11.3.1694. Seine Churfürstl. Durchlaucht verordnet, dass weil sie noch zur Zeit eben der ... einen Verwalter wieder zu bestellen, so sollte der bielfeldische Stadtrichter u. Assessor Albert Diedrich Ubbelohde, ...«
1680 - 1697: Stadtrichter, stellvertretender Verwalter am Gohgericht ab 1692, später Verwalter, oo 1687 Catharina Elisabeth Nifanius, *ca. 1660, + 25.7.1725, Tochter des Bielefelder Superintendenten Lic. theol. Christian Nifanius
1690: Albert Diederich wurde von den Preussen seines Amtes als Ratsherr enthoben.
1711: gestorben am 7.7.1711 in Bielefeld
1659 - 1716Jobst-Hinrich Ubbelohde, Sohn des Jobst Henrich Ubbelohde, war Preußischer Artillerieleutnant auf der Bielefelder Sparrenburg
1692: heiratet am 4.11.1692 in Bielefeld-Neustadt Johanna Catharina Homachus, ~09.07.1678, Tochter des Constable Michael Homachus aus Bielefeld.
Um 1700: wurde nach Magdeburg versetzt und ist der Stammvater aller heutigen Nachkommen mit dem Namen Ubbelohde in dieser Schreibweise.

Ahnenfolge der Bielefelder Linie

  • Johan Hinrich Ubbelode (* ca. 1600, + 17.06.1662 Bielefeld-Altstadt)
    ⚭ vor 1626 Bielefeld, Catharina Höfner (*ca. 1600)
  • Dr. jur. utr. Jobst Henrich Ubbelohde (~ 11.08.1626 Bielefeld, + 05.09.1680 Bielefeld) Richter und Ratsherr in Bielefeld
    ⚭ 1656 Bielefeld, Mettel Margarethe Consbruch (*ca. 1630 Enger, + 17.03.1693 Bielefeld) Tochter des Vogtes zu Enger, Theodor Dietrich Consbruch
  • Jobst-Hinrich Ubbelohde (~ 23.3.1659 Bielefeld, + 10.12.1716 Bielefeld) Königlich Preußischer Artillerieleutnant, Sparrenberg Bielefeld
    ⚭ 04.10.1671 Bielefeld, Johanna Catharina Homachus (~ 15.11.1671 Bielefeld) Enkelin des Büchsenmeisters und Pulvermacher zu Bielefeld
  • Johann Albrecht Ubbelohde (* 1697 Bielefeld, + 19.06.1765 Magdeburg) Hofrat und Bürgermeister in Magdeburg
    ⚭ 23.10.1727 Magdeburg, Luise Sophie Götte (* 27.10.1710 Magdeburg, + 08.08.1744 Magdeburg) Tochter des Diakons Heinrich Ludwig Götte zu Magdeburg


Mit Johann Albrecht Ubbelode und seinen beiden Geschwistern Ernst Adolf und Peter Henrich, die allesamt nach Magdeburg siedelten, ist seit dem 18. Jahrhundert der Name Ubbelohde in Bielefeld nicht mehr anzutreffen. Alle weiteren Nachkommen dieses Geschlechtes entstammen der Magdeburger/Hannoveraner Linie und werden hier nicht weiter betrachtet. Es existiert eine detaillierte Chronik der Familie Ubbelode, siehe [Q29].

Sende

In der Bauerschaft Sende, Grafschaft Rietberg existierte bereits im Jahr 1584 ein Hof Obbenlohe. Der Besitzer wird in der historischen Urkunde wie folgt genannt:

Zuschlag für neue Stätte: Johan Obbenlohe, 1 Orth und ½ Orth.

Der Hof lag im heutigen Gemeindegebiet von Schloss-Holte Stukenbrock und hatte ursprünglich die Nummer 15. Der Name entwickelte sich später zu Obbelöer oder Ubbelöher. Von diesem Zweitägercolonat bestand eine grundherrliche Abhängigkeit zum Grafen von Rietberg.

Besitzer und Erbfolge des Hofes Sende № 15 im 19. und 20. Jahrhundert

  • 15.07.1808 Colon Xtoph Ubbelöher und Ehefrau Catharina Maria, geb. Jacobhölscher
  • 02.04.1822 Wittib Catharina Maria Colona Ubbelöher, geb. Jacobhölscher
  • 26.08.1835 Wittib Colona Catharina Maria Ubbelöher und Ehemann (3. Ehe) Jacob Christoph Riewenherm
  • 06.06.1857 Hermann Obbeloer oder Obelau
  • 30.11.1877 Christoph Maasmeier kauft den Hof für 11700 Mark
  • 07.11.1884 Witwe Margarete Busche, genannt Maasmeier auch genannt Obbeloer
  • 15.10.1892 Konrad Roggenkamp und Ehefrau Catharine, geb. Oestersandforth
  • 03.05.1899 Wittib Catharina Roggenkamp, genannt Obbelöher und 4 Kinder
  • 09.05.1905 Anerbe Gerhard Roggenkamp, genannt Obbelöhe
  • 1907 August Hauphoff und Ehefrau Maria, geb. Roggenkamp
  • 1942 Gerhard Hauphoff und Ehefrau Anna, geb. Otto
  • 1968 Witwe Anna Hauphoff, geb. Otto. Heute Nr. 65, Hof Obbelöher, Schloss Holte-Stukenbrock, Ortsteil Sende, Flurstraße 9

Gütersloh-Blankenhagen

Hof Obloh, Blankenhagen № 19

Ausschnitt aus einer alten Karte von Gütersloh-Blankenhagen, der den Hof 'Obloh', Blankenhagen № 19 zeigt. In der Legende dieser Karte ist als Besitzer 'Eberhard Henrich Obloh' eingetragen. Der Hof hatte eine Fläche von 46 Morgen. Als weitere Quelle ist in Blankenhagen bei Gütersloh ein Kotten Ubbenloer dokumentiert. Bedeutung Blankenhagen: blank - ohne Baumbestand, hagen - Wall an der Grenze zwischen der Herrschaft Rheda und der Grafschaft Ravensberg. Von dem Hof Blankenhagen Nr. 19, Ubbenloer existiert eine dokumentierte Erbfolge des Hinrich zum Obbelohden (eine andere Schreibweise ist Ubbelau oder Uebbelau), geboren im Jahr 1611, dessen Nachfahren dann später (ca. ab 1800) in den heute ebenfalls noch existierenden Namen Obloh übergehen.

Chronologische Dokumentation des Hofes Ubbenloer

JahrHistorische Fundstelle
1551»Burschap Blankenhagen, Debit 1 Horne Gulden, Ubbenloer van eynen niggen Toslage to Rede 1 Horne Gulden [Schuld 1 hornsche Gulden, Ubbenloer von einem neuen Zuschlag zu Rede, Hornschergulden (hornschen Gulden), auch Horneken; Münzprägung des Bischofs von Lüttich]«.
1631 - 1633Kriegs-Contribution, Rechnung der Herrschaft Rheda von 1631-1633: »Baur Blankenhagen, Contibution des Hofes Uebbeloer, Anfangend im Junio des 1631 und endigend im Martio des 1633 ... Heinrich zum Obeloden«
1822Gütersloh und seine Bauerschaften im Kartenbild um 1822: Eine historische Darstellung der Kulturlandschaft, des Besitzstandes und der Flurnamen. Darstellung des Obloh-Hofes, Blankenhagen № 19. In der Legende dieser Karte ist als Besitzer Eberhard Henrich Obloh eingetragen.

Erbfolge des Hinrich zum Obbelohden

Dies ist die Erbfolge über 6 Generationen als Übersicht, der jeweils jüngste Sohn ist Anerbe und bekommt den Hof.

  • Hinrich zum Obbelohden (* 1611, + 02.04.1699), Colon Blankenhagen Nr. 19, 6 Kinder
    ⚭ vor 1639 NN (+14.10.1682?)
  • Otto Ubelau (* 1657, + 20.11.1728) Anerbe
    ⚭ 14.10.1682 Anna Witthof (* 1656, + 20.11.1721), 9 Kinder
  • Gerd Johann Ubelau (~ 22.12.1697, + 11.04.1782) Anerbe
    ⚭ 08.04.1718 Christine Agnesa Detmar (* 30.03.1698, + nach 1739), 8 Kinder
  • Cord Hinrich Ubelau (* 1739), Anerbe
    ⚭ 12.10.1766 Margreta Elsebein Pollvogt (~ 01.11.1744), Colonentochter von Steinhagen Nr. 11, 7 Kinder
  • Everd Henrich Obelau (* 11.06.1779, + 25.11.1860), Anerbe
    1.⚭ 09.03.1803 Catharina Louise Baumeister oder Fockelmann (* 06.02.1781, + 16.01.1811) 3 Kinder
    2.⚭ 15.06.1811 Sophia Charlotte Hark (+ nach 1860)
  • Carl Friedrich Oblau (* 04.11.1811, + 03.06.1877) Anerbe
    1.⚭ 24.05.1838 Johanne Caroline Östersötebier (* 21.09.1812, + 12.03.1852) Colonentochter von Blankenhagen Nr. 30, 4 Kinder
    2.⚭ 29.07.1853 Catharina Luise Nottbrock (* 11.5.1824, + 10.05.1865), 5 Kinder
    3.⚭ 16.11.1866 Catharina Luisa Kuhlwilm (* 05.12.1825, + 12.08.1867) Witwe Depenbrock
    4.⚭ 01.01.1869 Catharina Louise Tubbesing (* 06.07.1826, + 26.04.1895) Witwe Lindert aus Brockhagen

Gütersloh-Pavenstädt

Ausschnitt aus einer der Katasterkarte von Gütersloh-Pavenstädt, der den Hof 'Löhrpabel', Pavenstädt № 13 zeigt. In der Legende dieser Karte ist als Besitzer 'Moritz Henrich Löhrpabel' eingetragen. Der Hof hatte eine Fläche von 40 Morgen.Urkunden weisen auf einen Kotten Ubbenloer in Pavenstädt bei Gütersloh als weiteren Ursprungsort hin. Es wird die Stätte Pavenstädt № 13 »Loer-Pavel« sein.
  • Degenhard Loer
  • Pavel Loer (* vor 1607, + um 1674)
    ⚭ 1663 Christina Stroth (* 1607, + 24.08.1686)
  • Hinrich Loerpavel (* 1641, + 25.01.1699) Anerbe
    ⚭ ca. 1665 Catharina Kreinert (* 1640, + 1711)
  • Johann Loerpavel (* 1664, + 1720) Anerbe
    1.⚭ 15.11.1690 Agnesa Sieweke (* 1661, + 21.04.1815)
    2.⚭ 10.03.1715 Margreta Elisabe Kattenstroth (* 12.2.1697, + 03.07.1737)
  • Johann Henrich Loerpavel (* 02.02.1716, + 27.11.1777) Anerbe
    1.⚭ ca. 1750 Anna Margaretha Bussmann (* 18.06.1723, + 09.06.1759)
    2.⚭ 20.10.1759 Catharina Marian Fislake
    3.⚭ 02.01.1761 Catharina Gertrud Strothotte
  • Johann Henrich Loerpavel (~ 08.06.1745, + 14.04.1806) Anerbe
    ⚭ 13.06.1775 Anna Margreta Catharina Welpmann (~ 21.06.1748, + 12.01.1804) Colonentochter von Blankenhagen Nr. 7
  • Moritz Henrich Loerpavel (* 23.12.1787, + 22.06.1853) Anerbe
    ⚭ 28.02.1811 Maria Agnese Welpmann (* 26.06.1790, + 27.01.1840)
  • Friedrich Wilhelm Loerpabel (* 19.02.1831, + 26.02.1918) Anerbe
    1.⚭ 22.07.1853 Catharina Wilhelmine Oberfahrenhorst (* 07.11.1828, + 15.09.1878)
    2.⚭ 29.09.1885 Catharine Wilhelmine Stertkamp
  • Hermann Heinrich Loerpabel (* 29.03.1864, + 20.05.1936) Anerbe
    ⚭ 23.10.1899 Anna Catharina Elisabeth Kattenstroth (* 28.12.1865, + 20.12.1931)
  • Wilhelm Hermann Loerpabel (* 27.03.1902, + 18.10.1980) Anerbe
    ⚭ 19.05.1932 Aletta Emma Mathilde Klöne (* 14.02.1905, + 20.12.1968)


Quellenangaben

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