Jürgen Obelode - Steinhagen

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Lanzarote - Wandern

Wandern auf Lanzarote? Diese Frage hören wir oft. Lanzarote gehört ja nicht zu den klassischen Wanderzielen auf den Kanaren. Nach einigen Strandurlauben haben wir dort mit dem Wandern begonnen. Die Reiseführer geben nicht viel Informationen zum Wandern her und es gibt keine ausgezeichneten Wanderwege. Also haben wir begonnen, die Vulkaninsel auf eigene Faust zu entdecken. Die folgenden Tourenbeschreibungen sind in den letzten Jahren entstanden und werden jährlich erweitert.

Wanderung: Rund um den Vulkan La Quamada de Orzola

Der Krater des La Quamada de Orzola.
Am niedrigsten Punkt dieser Wanderung, hier etwa bei den Häusern Casa la Brena, im Hintergrund der mächtige Vulkan Monte Corona, dessen Auswurf große Teile des Nordens mit Lava überzogen hat.
Die Wanderung geht durch ein landwirtschaftlich genutztes Gebiet im Norden von Lanzarote. Im Hintergrund der mächtige Vulkan  Monte Corona. Oben rechts sieht man die ersten Häuser des kleinen Ortes Ye, unserem Start- und Zielpunkt dieser Wanderung.

Start der Wanderung und Parkplatz ist die Abzweigung zum Mirador del Rio in dem kleinen Ort Ye beim Restaurant El Volcan. Wir gehen wenige Meter auf der Straße zum Mirador, dann zweigt ein zweispuriger Weg nach rechts unten ab, dem wir nun folgen. Der Weg geht ständig abwärts, vorbei an mit Mäuerchen eingefassten Feldern zunächst in nordöstliche Richtung, wendet sich dann nach Osten und führt links an dem Vulkan La Quamada de Orzola vorbei bis hinunter auf die Straße 203 nach Orzola. Auf der Asphaltstraße gehen wir nach rechts, etwa einen Kilometer, vorbei an den Häusern Casa la Brena, und nehmen einen Weg, der uns westwärts und wieder bergan führt. Der nun folgende Aufstieg durch die Felder ist recht schweißtreibend und bringt uns nach einer scharfen Linkskurve zu einer Gabelung. Der rechte Weg bringt uns nach wenigen Minuten auf die Asphaltstraße nach Ye, genau gegenüber der Einfahrt zur Bodegas la Torrecilla. Von hier sind es nur noch wenige Meter bis zum Ausgangspunkt. Einkehrmöglichkeit in dem rustikalen Restaurant El Volcan.

Dauer 1½ Stunden, etwa 200 Höhenmeter

Wanderung: Auf Lanzarotes 'Dach' bis zur Nordspitze Punta Fariones

Etwas unterhalb des Parkplatzes am Mirador del Rio beginnt eine rote Fahrpiste zunächst in östlicher Richtung. Nach 200 Metern wendet sich die Piste nach Norden und wir wandern zunächst auf den Sendemast zu. In der Nähe befindet sich die alte Bunker-/Geschützstellung La Batteria.

Dies ist die Nordspitze von Lanzarote, Punta Fariones. Im Hintergrund links die kleine Siedlung Petro Barba auf La Graciosa. Dahinter die von hier etwa 15 km entfernte Insel Alegranza, die nördlichste Vulkaninsel des Archipels.
Von hier aus, dem Lomo del Zalahar starten die den Drachenflieger, um dann bei Orzola wieder zu landen. Im Hintergrund ragt der 84 Meter hohe Vogelfelsen Roque del este aus dem Meer.
Der Blick auf Orzola, aus einer ungewöhnlichen Perspektive. Vorn der Strand Playa de la Canteria.

Ziel dieser Wanderung ist, möglichst weit nach Norden zu gelangen, um einen Blick auf die Nordspitze Lanzarotes Punta Fariones zu bekommen. Man kann entweder der Nase nach sich den Weg selber suchen oder der manchmal etwas schwer zu erkennende Fahrspur folgen. Der Weg führt zunächst ständig leicht abwärts bis auf ein recht großes Plateau, von der aus ein weiteres Wandern zu gefährlich ist, besonders, da hier immer ein recht kräftiger Wind bläst. Wer trotzdem weiter möchte, muss klettern. Von hier aus tun sich sehr schöne Blicke auf: nach Nordwesten auf La Graciosa und alle weiteren Inseln des Archipels Chinicho. Direkt im Norden sehen wir die zackige Spitze Lanzarotes mit der 16 Meter aus dem Meer aufragenden Spitzen Nadel Farion de Tierra. Nach Osten liegt uns der Playa Canteria und der Ort Orzola zu Füßen. Dahinter erstreckt sich die schwarze vulkanische Lavafläche Malpais de la Corona mit ihren eingesprenkelten weißen Sanddünengebieten. Auf dem Rückweg können wir noch einen Abstecher auf den Lomo del Zalahar, etwas östlich, machen. Hier steht einen Eisenstange mit flatternden Bändern, die den hier startenden Drachenfliegern als Windrichtungsanzeiger dient.

Leichte Wanderung, etwa 1½ Stunden

Rundwanderung: Von Haria zum Famarakliff durch den Barranco Tenesia

Startpunkt dieser etwa zweistündigen Rundwanderung ist in der Ortsmitte von Haria, dort sind auch Restaurants und Parkplätze vorhanden. Die Wanderung geht nach Westen hinaus, vorbei an dem Kunstlädchen von Per und Ute Eckhoff. Man kann sich gut an dem trockenen Bachbett orientieren, welches sich auch im Ort durch Brücken verrät. Es geht vorbei an den letzten Häusern Harias sowie dessen Zisterne. Hier wird das Wasser der Regenfälle im Winter aufgefangen und für den Sommer gespeichert. Rechts vom Fahrweg verläuft das trockene Bachbett des Barranco Tenesia, das bei starkem Regen Wasser führt. Entlang des Weges liegen viele Wein-, Zwiebel-, Mais- und Getreidefelder der Bauern aus dem nahen Haria. Nach etwa zwei Kilometern leicht ansteigenden Weges erreichen wir die Abbruchkante des Famarakliffs in einer Sattelfläche. Links erhebt sich das Kliff als Montana Ganada mit 588 Metern Höhe, rechts der schräg ansteigende, 497 Meter hohe Matos Verde, den wir in die Rücktour einbinden. Es bietet sich ein phantastischer Blick auf die Famarabucht, die Wüstenebene El Jable und die Feuerberge. Wer sich ganz weit an den Abgrund heran wagt, erkennt links unten am Ende des Pfades von der Famarabucht, eine Einsiedlerbehausung mit einem Wasserbecken.

Bei der Wanderung durch den Barranco Fenesia schweift der Blick zurück auf die grüne Oase Haria.
Der Wanderweg geht über eine Piste vorbei an Weinfeldern. Hinter dem letzten Haus von Haria erhebt sich sich der Montana Ganada mit der Wetterstation auf 588 Metern Höhe.
Im Frühling ist Lanzarote durchaus eine grüne Insel, zumindest im Raum Haria.
Am Ende des Barraco Fenesia bietet sich ein phantastischer Blick auf die Famarabucht, die Wüstenebene El Jable und die Feuerberge.
Haria's Zisterne im Barranco Fenesia
Nach dem Winterregen müssen sich die Pflanzen beeilen, sich fortzupflanzen, bevor die sengende Sonne alles Leben verbrennt.

Nun ersteigen wir den Matos Verde, um in dem dahinter liegenden Tal nach Haria zurückzuwandern. Vom Gipfel geht es zunächst etwa 200 Meter landeinwärts, bevor ein befestigter Weg hinab in den Grund des Barrancos Valle de las Castillas führt. Zu beiden Seiten des meist trockenen Bachbettes liegen landwirtschaftlich genutzte Flächen, weiter unten steht ein schöner Palmenhain. Das Tal endet am nördlichen Ortsausgang von Haria, von wo aus wir wieder über Asphaltstraßen zum Ausgangspunkt der Wanderung zurückkehren.

Rundwanderung: Zum Montana Ganada

Vom Picknickplatz Bosquecillo kann man eine sehr schöne Rundwanderung auf dem Dach von Lanzarote, also dem Famarakliff, unternehmen. Dieser Teil des Kliffs ist der höchste und eindrucksvollste. Die etwa 1 1/2-stündige Wanderung beginnt am Bosquecillo und führt zunächst bergab auf dem befestigten Fahrweg nach Norden. Nach etwa 200 Metern, dort wo der Weg ganz nah an die Abbruchkante heranführt, klettern wir über die Mauer und gehen links von ihr in gebührendem Abstand von der Abbruchkante entlang. Es geht vorbei an von Mauern eingefassten Feldern und über Schotter- und Geröllflächen, die aussehen wie Mondlandschaften, bis zu der Hochebene der Montana Ganada in 588 Metern Höhe. Hier finden wir eine Wetterstation, einige Antennen und ein richtiges Gipfelkreuz vor. Der Blick geht von hier hinunter in eine Sattelfläche, welche das Ende des weiten Tales, Barranco de Tenesia, mit Zugang von Haria bildet.

Auf dem Famara-Kliff, nahe der höchsten Stelle Lanzarotes.
Blick vom Montaña Ganada in das weite Tal Barranco Fenesia, welches von Haria aus erwandert werden kann. Im Hintergrund der Chinijo-Archipel mit La Graciosa.
Vom Gipfelkreuz auf der Hochebene des Montaña Ganada blickt man über Haria hinweg bis zur Ostküste Lanzarotes.
Auf dem Fahrweg zurück zum Bosquecillo sehen wir im Vordergrund den terrassenförmigen Feldanbau; im Hintergrung das breite Valle Temisa, in dem die kleine Siedlung Tabayesco liegt.

Unser Weg geht nun nach Osten bis zu dem großen Gipfelkreuz und Blick von hier auf Haria, die Ostküste und die Serpentinenstraße zum Mirador del Haria. Die befestigte Straße, beginnend am Senderhäuschen der Telefonica führt uns in einer guten halben Stunde zurück zum Bosquecillo, dem Ausgangspunkt dieser Wanderung.

Wanderung: Zum Playa del Risco

Der Playa del Risco, ein 500 Meter langer Traumstrand, für uns der beste Lanzarotes, hat nur einen kleinen Nachteil: er ist nur recht mühsam zu Fuß erreichbar; deshalb ist er fast menschenleer. Man sieht ihn bereits vom Aussichtspunkt Mirador del Rio westlich der rot gefärbten Salinas del Rio liegen.

So erreicht man den Strand: Vom Mirador del Rio führt parallel zu der Abbruchkante eine schmale, in Lavasteinen gefasste Straße in Richtung Süden ab. Etwa zwei Kilometer vom Mirador entfernt steht eine Ruine und eine einsame Palme direkt an der Straße, dort wo auch eine Stromleitung die Straße kreuzt. Hier geht rechts ein kleiner, mit groben Bruchsteinen gepflasterter Weg hinein und endet in einem Platz, auf dem wir das Auto parken können. Es geht nun zu Fuß weiter, noch etwa 300 Meter über einen gepflasterten Weg, der dann an der Abbruchkante den Blick auf La Graciosa freigibt und in den steilen Serpentinenweg übergeht, den man nur mit Wanderschuhen begehen sollte. Dies ist ein Teil des alten Camino de Guatify, der früher mit Maultieren begangen wurde, um Material von/zur Anlegestelle El Embarcadero zum weiteren Schiffstransport nach La Graciosa zu tragen. Nach etwa 45 Minuten steilen Abstiegs wird der Weg allmählich flacher und nach weiteren 30 Minuten Wanderung in der Ebene ist der Strand erreicht. Das Wasser erscheint bei Sonnenlicht schon fast kitschig türkisfarben. Der helle Sandstrand geht sehr flach ab, die Wellen sind durch die vorgelagerte Insel La Graciosa sehr niedrig. Eigentlich ideal für Kinder - wäre da nicht der lange Fußweg.

Auf dem Wanderweg zum Playa del Risco: an der Abbruchkante wird der Blick frei auf La Graciosa und der Weg geht in den steilen Serpentinenweg über, den man nur mit Wanderschuhen begehen sollte.
Auf dem abschüssigen Serpentinenweg zum Playa del Risco.
Kurz vor dem Ziel - der menschenleere Traumstrand Playa del Risco mit seinen 700 Metern Länge und bis zu 100 Metern Breite liegt vor uns.
Blick vom Playa del Risco auf die nur einen Kilometer entfernt liegende Nachbarinsel la Graciosa.
Nördlich schließt an den Strand Playa del Risco die verlassene Salina del Rio mit ihren rot gefärbten Verdunstungsbecken an. Im Hintergrund ragt steil die 479 Meter hohe Wand mit der Bateria und dem Aussichtspunkt Mirador del Rio empor.

Nördlich schließt an den Strand die verlassene Salina del Rio mit ihren rot gefärbten Verdunstungsbecken an. Eine ½-stündige Umrundung kann in diese Tour integriert werden. Der Rückweg bis zum Parkplatz ist mit 350 Höhenmetern recht schweißtreibend.

Recht anstrengende Wanderung, etwa 3 Stunden reine Wanderzeit, ca. 500 Höhenmeter

Wanderung: Zur großen Bombe am Vulkan Caldera Colorado

Bomben sind größere Auswürfe aus einem Vulkan, kleine Bomben haben Fußballgröße, die größte aller Bomben von etwa 6 Metern Größe liegt hier. Etwa 5km südlich von Mancha Blanca neben der Straße LZ-56 liegt östlich der Straße unser Ziel, der Vulkan Caldera Colorado. Seinen Namen hat der Vulkan von der intensiven Rotfärbung seines Südosthanges. Gleich neben der Straße befindet sich ein Parkplatz, der Startpunkt unseres Rundweges um den Krater. Nach etwa 600m in der Nähe einer Weggabelung finden wir die Bombe: etwa 4 Meter oberhalb des Boden sichtbar steckt die Bombe hier im Boden. Das geschätzte Gewicht ist 18 Tonnen. Entlang des Weges ergeben sich immer wieder grandiose Panoramen wie in einer Mondlandschaft mit vielen Vulkankegeln.

Hier liegt die Bombe vor dem roten Hang des Vulkans Caldera Colorado - sehr eindrucksvoll.
Großartige Panoramen bietet die Wanderung um den Vulkan Caldera Colorado, hier der Bilck nach Süd. Der Höhepunkt der Wanderung ist aber die Bombe.

Leichte Wanderung ohne Steigungen, Dauer ca. 1 Stunde


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