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Steinhagen - Steinhäger

Der echte Steinhäger kommt nur aus Steinhagen. Der weit über die deutschen Grenzen hinaus bekannte Wacholder-Branntwein hat den Namen Steinhagens einzigartig verbreitet. Anfangs nur zu Heilzwecken bestimmt und als Wacholderwasser oder Wacholderöl hergestellt, entwickelten sich in der zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts die Hausbrennereien zu einer bekannten Industrie in dem Schnapsdorf Steinhagen. In den besten Zeiten des vergangenen Jahrhunderts gab es zwanzig Brennereien, heute sind davon noch zwei geblieben. Charakteristisch ist die längliche Flasche aus braunem Steinzeug - die sogenannte Kruke. Steinhhäger ist seit dem Jahr 1989 durch entsprechende EG-Verordnung eine geschützte geographische Herkunftsbezeichnung. Jeder heute produzierte Steinhäger wird in Steinhagen gebrannt.

Das bekannte Schinkenbild mit Pumpernickel, Radischen, Bier, Westfälischem Schinken und der Steinhägerkruke war über Jahrzehnte das Wahrzeichen der Firma H.C. König und symbolisiert das typisch rustikale Essen in Westfalen. Dazu gehört immer ein guter <em>Schluck</em> oder ein <em>Kurzer</em>, wie man hier den Schnaps nennt.
Weithin sichtbar ist das Wahrzeichen von Steinhagen: die grüne, fünf Meter hohe Steinhägerflasche über den Dächern der ehemaligen Firma Schlichte. Heute beherbergen die Gebäude mehrere Geschäfte sowie das Heimatmuseum mit vielen Exponaten aus der Brennereigeschichte des Ortes.

Hinweis: Ich bekomme viele Anfragen zur aktuellen Steinhägerproduktion und zu Liefermöglichkeiten. Um es noch einmal deutlich zu machen, ich bin kein Hersteller oder Lieferant von Steinhäger, sondern auf diesen Seiten sind nur Informationen zu Steinhäger zu finden. Bitte wenden Sie sich bitte an die Steinhäger produzierenden Firmen Schwarze&Schlichte in Oelde oder Heydt in Haselünne.

Die Geschichte des Steinhägers

Im Jahre 1688 erließ der Große Kurfürst von Brandenburg ein Kommerzial- Edikt, wonach den Dorfschaften das Brennen von Branntwein verboten wurde. Einzig das Kirchspiel Steinhagen erhielt die besondere Ausnahmegenehmigung, Hausbrennereien betreiben zu dürfen. Offensichtlich hat Seine Durchlaucht den Steinhäger bereits als besondere Wohltat geschützt und als unverzichtbar angesehen.

Heutzutage ist Steinhäger – nach der offiziellen Bezeichnung eine Spirituose mit Wacholder – das Produkt eines dreifachen Destillationsprozesses: Aus ausgesuchten Getreidesorten wird Kornalkohol destilliert. In einem separaten Arbeitsgang werden Wacholderbeeren vergoren und ebenfalls destilliert. Der daraus entstandene Wacholderlutter wird mit dem Kornalkohol vermischt und in großen Brennblasen nochmals sorgfältig abgebrannt. Dieses Steinhäger-Destillat wird mit Wasser aus den eigenen Brunnen auf Trinkstärke herabgesetzt, filtriert und bis zur Abfüllung gelagert.

Steinhäger ist seit 1989 durch entsprechende EG-Verordnung eine geschützte geographische Herkunftsbezeichnung. Der Steinhäger ist eine milde Spirituose, die durch ihr harmonisches feinwürziges Aroma geprägt ist. Er wird in seiner Heimat hauptsächlich pur getrunken, entweder zum Bier, um den Magen anzuwärmen, aber auch als Aperitif oder Digestif und gerne in Geselligkeit. Aufgrund seiner angenehmen Wacholdernote eignet sich Steinhäger auch sehr gut als Basis für Longdrinks und interessante Cocktails.

Das Wissen um die heilsame Wirkung des Wacholders hat sich nicht nur in Steinhagen erhalten. Es gibt Leute, die noch heute ihre gute Gesundheit im hohen Alter dem mäßigen, aber regelmäßigen Genuss von Steinhäger zuschreiben.

Die Firma Schlichte gehörte seit jeher zu den wichtigsten Steinhäger-Produzenten. Sie entwickelte sich aus einer Hausbrennerei als landwirtschaftlichem Nebenerwerbsbetrieb. Als Gründungsjahr der Firma Schlichte gilt das Jahr 1766, in dem mit der gewerbsmäßigen Herstellung von Steinhäger begonnen wurde. Schlichte war auch die erste Steinhäger-Brennerei, die im Jahr 1840 die industrielle Fertigung dieser Spirituose aufnahm. In 19., erst recht aber im 20. Jahrhundert ist Steinhäger als die deutsche Spirituose weltweit berühmt geworden.

Außer dem bekannten Original Schlichte Steinhäger, der auch heute noch in alle 5 Kontinente geliefert wird, gibt es den Schlichte Urbrannt, der nach einen Ursprungsrezept in einem besonders aufwändigen Destillationsverfahren hergestellt wird und sich durch eine unvergleichlich milde, ausgewogene Wacholdernote auszeichnet. Diese exklusive Spirituose wird wie in alten Zeiten in einem von Hand gefertigten Tonkrug geliefert.

Seit 1989 bildete die H. W. Schlichte Steinhäger- und Kornbrennerei Steinhagen, zusammen mit der Westfälischen Kornbrennerei Friedrich Schwarze in Oelde einen Firmenverbund. Auch die 1664 gegründete Fa. Schwarze befindet sich noch heute in Familienbesitz.

Wacholder und die kleine Gemeinde Steinhagen kann man schon seit dem 15. Jahrhundert nicht mehr trennen. Im Jahre 1896 wurde der Name Steinhagen und Steinhäger dann erstmals auch im Brockhaus-Lexikon erwähnt. Die Bedeutung des Steinhägers für den Ort wird auch erkennbar durch das Wappen der Gemeinde, das einen gespaltenen Schild zeigt. Im silbernen Schildfuß leuchten die drei roten Sparren der alten Grafschaft Ravensberg, darüber links eine goldene Ähre in blauem Feld, rechts ein blauer Wacholderzweig auf goldenem Grund, denn: „Was am Rhein der Wein, in München das Bier, ist der Steinhäger hier!“


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