OBELODE

Genealogie – Steinhagen


Genealogie – Ursprünge

In dieser Dokumentation sind die Herkunft, Bedeutung und Fortentwicklung meines Namens Obelode beschrieben. Der Name hat sich aus der ursprünglichen Schreib­weise Ubbenlo über diverse Schreib­weisen wie Ubbelohde, Ubbeloer, Ubloh, Obbelode zu Obelode hin entwickelt. Dies ist in meiner direkten Vorfahren­linie väter­licher­seits zu sehen, die bis ins Jahr 1723 dokumentiert ist. Karte von Ostwestfalen mit Lageangabe der Obbelode-Höfe Einige Schreibweisen sind im Laufe der Jahrhunderte ver­schwunden; heute exis­tieren vorwiegend die Schreib­weisen Ubbelohde, Obbelode und Obelode. Sowohl der Name als auch der Ursprung­sort sind wie bei wenigen anderen Namen definier­bar und konkret auf eine bestimmte Hofstätte in der Senne bei Biele­feld zurück verfolgbar. Nach den heute verfügbaren alten Dokumenten sind neben dem Ursprungshof in der Senne vier weitere Plätze in Nord­rhein-Westfalen im Raum Bielefeld – Gütersloh mit Höfen, Nieder­lassungen oder Namens­nennungen bekannt. Es sind dies die heutigen Orte bzw. Ortsteile:

Senne I

Ravensberger Urkunde aus dem Jahr 1272 mit Nennung des Names Ubbenlo
Das älteste verfügbare Dokument ist eine Ravensberger Urkunde aus dem Staatsarchiv Münster aus dem Jahre 1272, westfälisches Urkundenbuch, Band IV, Nr. 1235. Dort wird der Name Ubbenlo erstmalig erwähnt: dritte Zeile, Mitte.

In der Zeit der großen Binnenkolonisation im 12. Jahrhundert siedelte sich eine Sippe in der Gegend der heutigen Senne bei Bielefeld südlich des Teutoburger Waldes an und nahm freies Land in Besitz. Mitglieder der Sippe wurden als sesshaft in Ubbenlo erwähnt. Die Bedeutung von Ubbenlo ist: diejenigen, die am Wald leben. Viele andere Höfen in der Umgebung trugen ebenfalls die Endsilbe -lo oder -loh. Damit wurde in alter Zeit ein Laubwald oder Hain bezeichnet, der hier in der kargen Heide- und Nadel­holz­landschaft der Senne auf eiszeitlichen Grund­moränen wuchs, die hier stellenweise an die Erd­oberfläche treten und die Laubwälder mit den lebens­notwendigen Mineralien versorgen. Das älteste Dokument mit dem Hinweis auf die Existenz des Hofes stammt aus dem Jahr 1272: Ubbenlo war abgabepflichtig an das Stift zu Schildesche. In den folgenden Jahrhunderten siedelten sich dort noch weitere Sippen an; deren Höfe tragen oder trugen bis ins 20. Jahrhundert ebenfalls den alten Namensteil -lo:[11]

Hof Obbelode, Senne I № 2

Hof Obbelode mit Blick auf die Giebelseite des Fachwerkhauses
Der älteste, heute noch erhaltene Hof in Bielefeld-Senne I, Hof Obbelode, Senne I № 2, erbaut im Jahr 1582. (Foto: J. Obelode, 2004)

Der Hof, ursprünglich Ubbenlo, mit dem Haupthaus aus dem Jahr 1582 ist der älteste, heute noch erhaltene Hof in der Senne. Nach der Torinschrift geht das historische Hofgebäude auf das Jahr 1582 zurück und wurde in seiner heutigen Form von Johann Dirck Ubbelohde und Angenete Ilsabein Schulte auf dem Erley im Jahre 1749 neu- und umgebaut bzw. erweitert und von dem Meister Andreas Kampeter aufgerichtet. Das bis heute bewirtschaftete Gebäude ist ein Zweiständer-Fach­werk­bau mit gut erhaltenem Ständer-, Riegel- und Rahmenwerk. Innen ist das Haus in Deele, Flett und durch einseitige Kübbungen erweitertes Kammerfach aufgeteilt. Der Hof existiert noch heute und liegt im Senner Ortsteil Windflöte, Friedrichsdorfer Straße 190.

Torbalkeninschrift über der Deelentür

Torbalkeninschrift von 1749 des Hofes Obbelode in der Senne
Die Torbalkeninschrift des unter Denkmalschutz stehenden Haupthauses lautet: »JOHAN DIRCK UBLODE UND AGNETE ILSABEIN SCHULTE AUF DEM ERLEY DIESE BEIDEN EHLOTE HABEN DIS BAUWEN UND AUFRICHTEN LASEN DEN 25 JULIUS 1749 M. ANDREAS KAMPETER ANNO M. JOH. 1582«. Links unten im Bild die alte, verblasste Hausnummer »№ 2«, daneben die aktuelle Hausnummer 190. (Foto: J. Obelode, 2011)

Inschrift über der rechten Seitentür

ARDINOLT REINHART OBELOTE UND ANNA CATRINA MARIA DEPENBROCKS HABEN DIESES HAUS IM JAHR 1822 UND DEN 28. JULI BAUET UND AUFRICHTEN LASSEN M.P.

Chronologische Dokumentation des Hofes Ubbelohde, Senne I № 2

Zur Hofgeschichte sind eine ganze Reihe historischer Dokumente erhalten geblieben, welche die Geschichte seit dem Jahr 1272 bis in die heutige Zeit dokumentieren.

Jahr Historische Fundstelle
1272 Das älteste verfügbare Dokument ist eine Ravensberger Urkunde aus dem Staatsarchiv Münster aus dem Jahre 1272, westfälisches Urkundenbuch, Band IV, Nr. 1235. Dort wird der Name Ubbenlo wie folgt erwähnt (Auszug): »Gräfin Hedwig von Ravensberg bekundet Ueberlassung eines Zehnten seitens des Klosters Schildesche an Vogt Konrad in Bielefeld, 1271 Januar 24. […] bescheinigen wir (die Gräfin Hedwig von Ravensberg), dass der ehrwürdige Probst Heinrich an der Kirche von Schildesche […] den Zehnten von Ubbenlo dem Advokaten Konrad in Bielefeld […] für Zeit seines Lebens überträgt.«[1]
1450 Heberegister des Stiftes Schildesche: »Hic sunt redditus ecclesie Schildesensis de granario dantur. […] Ubbenloe: primo dat decimam suam, diende dat III unica ovorum et IIII pullos.« Dieses sind die Einkünfte des Schildescher Stifts, die vom Stiftsspeicher gegeben werden. […] Zuerst gibt er seinen Zehnten, dann gibt er 3 Unzen Eier und 4 Hühner.
»Infrascripta sunt redditus pecuniales, qui eciam notati sunt circa redditus predictos. […] Ubbenlo XIX solidos.« Das Nachfolgende sind Geldeinkünfte, die auch im Umfeld der vorgenannten Einkünfte notiert worden sind. […] Ubbenlo 19 Goldmünzen.[2]
1491 Kuhgeldregister: »Ubbenlo 6 Scheppel«[3]
1496 Haferabgabenregister des Amtes Brackwede: »Gebeden haver uthem ampt to Brackwede Ubbenlo 1 molt haver.«[4]
1535 Vogtbericht: »Ubbenlau to schulde 1 marck, 3 par honer, 1 gulden to dinst, dem stichte to Schilske 1 molt roggen, 8 schepel haveren, 1 swin wan, mast is.«[5]
1535 Verzeichnis der Eigenleute in der Vogtei Brackwede, De buer to Brackwede: »Greten by den Ubenlau hoert Mynem Gnedigen Hern.«[5]
1549 Rechenschaft des Rentmeisters des Amtes Sparenberg, Hermann Cotthemann 1549:
»Schadt unnd Schulde der voigdien Brackwedenn anno dom. 1549: Ubbenloe 1 m 1 ß«
»Market toslege des Ampts Sparenberge anno 1549, Market toslege der voigdienn Brackwedenn: Ubbenlo, Gadeßlo 2 gl.«[6]
1556 Ravensberger Urbar: »735. Johan Ublohe, halbspan, kompt Meinem Gnedigen Hern mit weib und kindern zu. Sitzt uf des stiffts zu Schildeßke erb, Mein Gnediger Her hat die besaet etc. Huis, hof und garden 9 schepel roggen.
Sedig land: ligt in einem feld 4 molt 10 schepel roggen.
Wisch: ein wisch 2 foder.
Diech: zwei diech vur dem Hove. Mast: zu 20 schweinen eichen, darunder etlich dustholtz.
Schulde: Meinem Gnedigen Hern 1 marck 1 schillinck, 1 holtschwein, 6 honer; dem custer ½ scheppel roggen; dem stift zu Schildischke 1 molt roggen, 18 scheppel haver; Meinem Gnedigen Hern marckgelt 6 schillinge.
Diensten: Meinem Gnedigen Hern 1 goltgulden neben den beidiensten.
Drifft in die Send.«[7]
1565, 1568 In der Schnatkarte aus dem 16. Jahrhundert ist die Rittpergische Gräntze nach Ravensberg dargestellt, deren Verlauf entlang bestimmter Landmarken verzeichnet ist. Der Inhalt der Karte konzentriert sich primär auf den Bereich entlang des Dalkebaches, jedoch ist ganz weit im Nordwesten in Richtung Brackwede der Hof Ubbenlohe eingezeichnet.[9]
1648 Verzeichnis der Winter unnd Sommerdienste, aus dem Teil »Specifikation und Nachrichtung was unnd wie viell foder Holtzes dem Herrn Beampten […] geliebert werden muß, Verzeichnuß der Winter: unnd Sommerdienste dwelche järliches ahnn daß Hauß unnd Vestung Sparenberg altem herkommen gemäß zweymahlen im Jahre holtz zufahrenn schuldig sein. Lauth nachgesetzter Specification. Erstlich Kirspell Brackwiede. Anfangendt Ao 1648 denn 1ten Jan: thun einen dienst, Niedergassel, Ubbelohe.«[15]
1676 Viehregister des Amtes Sparenberg: »Ubbelohde, 3 Pferde, 4 Kühe, 2 Rinder, 2 Schweine, 20 Schafe«[10]
1680 Register der Pflug-, Egge- und Handdienste für das Amtshaus Sparenberg: »Ubbelohde undt Neddergarßel (Niedergassel) thun des Jahrs mit dem Pflug un Span 6 Dienste oder geben für jeden dienst 18 gr 3 Th (Diese beyden führen umb das ander Jahr die Heyde in dem newenhofe als 24 fuhren).«
1682 Visitationsregister: »Jocob Ubbelohde, Ein Halb Spänner, Sr. Churfürstl. Durchl. Eigen.
Haus und Hoff: Hatt Gartenlandt 4 Sch.
Länderey: Uffm Binnerfelde 12 Sch. 2 Be., Das große Feldt 30 Sch. 1 Be. Wiesenwachs 2 Fuder.
Zu Vier Schweinen Eichmast.
An Schlagholtz 6 Sch.saat. Mit Ramsbrock ein Teich. Zur Halbschrint? 1 Sch. Gibt in die Rentey 5 Thlr. 10 ½ Gr. 31 Hüner.
Dienet zum Heidtmähen nach Sparenberg.
Umbs Dritte Jahr dem Cüster 2 Sch. Roggen.
Nach Schilsche 2? Sch. Roggen 8 Sch. Habern«[12]
1685 Dienstgeldregister: »Senne Bauerschaft, Ubbelohde, hat gegeben 2 Taler, 18 Mariengroschen«[13]
1685 Landmessungs- und Contributionssatzregister: »Ubbelohde, Halbspänner, an Garten, Länderey, Wiesen und Schlagholtz: 24 Sch. 3 Sp., 33 Thlr. 9 Gr.
Das Haus: 6 Thlr.«[14]
1686 Brandenburgisches Bonitierungskataster: »Ubbelohe, halbspänner, Seiner Churfürstlichen Durchlaucht eigen.«
1693 Kontributionsregister: »Ubbeloh: 109 – 23 – 1«[16]
1693 Bonitierungssregister: »337 Ubbelohde, Halbspänner: Sr. Churfürstl. Durchl. Eigen, Der Garte 2 Sch. 2 Be., beym alten Hause: 4 Sch. 4 Sp., Ein Garte vorm Hofe 2 Sp. ½ Be.
Sädig land: Das hinnern Feld 32 Sch., Das Land hinterm garten 9 Sch. 1 Sp. 2 Be., Die Hofe 13 Sch. 1 Sp., Im Kampe 2 Sch. 3 Sp. 2 Be., Im Schlage 1 Sch. 2 Sp., Das große Feld 108 Sch., Der unterste zustrich(?) 4 Sch. 3 Sp., Unland aufm achtern Braackfelde 6 Sch., Im Venne 24 Sch., Im recke 6 Sch., Summe 180 Sch. 2 Sp.
Heu-Wachs: Die Niedere Wiese 12 Sch. 1 Sp. 2 Be., Ein Plack bey der Niedere wiese 2 Sch. 2 Sp.
Teiche: Der unterste vischteich 1 Sch. 3 Sp., Der mittelste 1 Sch., Der platte teich 1 Sch., Der große Teich Zur Halbscheid 1 Sch. 1 Sp. 2 Be., die andere Halbscheid gehört Osthus. Summe 5 Sch. 2 Be.
Gehöltz: Auf dem Hofe 1 Sch. 2 Sp., In brun orde 4  ch., Ufr Becke 4 Sch., bey der Wisch am großen Teich 2 Sp., In der Schlagen und bey der Wisch 8 Sch., Das Broock 10 Sch. Summe: 25 Sch.
1719: Der Zuschalg, nach abzuge für den Postweg 16 Sch. 3 Sp.
Haus und Hoff 16 Thlr., Leibzucht 1 Thlr. 18 gr., Kotte 1 Thlr. 18 gr.«[17]
1706 Summarisches Landmessungsregister: »Senne Bauerschaft, 2 Ubbelohde«[18]
1706– 1711 Burgfestdienste: »furen, Ubelode und Niedergaßell […]«[19]
1713 Kontributionssatzregister: »Baurschaft Senne, Nr. 2 Ubbelode 337, 122 – 13 – 10 ½ […]«[20]
1721 Praestationsregister des Amtes Sparrenberg, Brackwedeschen Distrikts: »№ 2, Jacob Ubbelohde, Ein Königlich Eigenbehöriger Halbspänner.
Quas: welcher gestalt er auf die Stette gekommen?
Re: Wäre darauf gezogen und gebohren, seine Frau aber hätte durch entrichtung eines weinkaufs á 12 GGl. für 20 Jahren sich qualificieret.
Gibt jährlich An die Königl. Renthey dieses Amts: An pfacht 1 Thlr. Woher diese prästation rühret, ist nicht ausfündig zu machen. An dienstgeld:
1) Ordinaire inclus. 1 Thlr., 19 gr., 6 Pf. verhöhung: 4 Thlr., 4 gr., 6 Pf. Wofür er wöchentlich einen Spann-Dienst mit 2 Pferden zu thun gefällig ist.
2) Extraordinaire dienstgeld: 2 Thlr., 18 gr. Wie viel dienste solcher halb in natura vorher haben geleistet werden müssen, hat nicht nachgewiesen werden können. An Markgeld: 1 Thlr., 25 gr., 9 Pf. 6 Gänse 12 gr. Rühret von ausgewiesenen Zuschlägen her. An das Amtshauß Sparrenberg: 1 fuder hofholtz. An den Amtmann: 1 fuder holtz auf den Hölting«[21]
1723 Kavalleriegeldregister: »Bauerschaft Senne, № 2, Ubbelohde 2 – 30«[22]
1723– 1724 Leibzüchterverzeichnis: »Verzeichnis der gantzen und halben Leibzüchters des Kirchspiels Brackwede vom 25 December 1723, Senne Bauerschaft: Alte Ubbelohde die halbe Leibzucht 2«[23]
1725 Kontributionsregister: »Bauerschaft Senne, № 2, Ubbelohde 2. – 25.«[24]
1749 Rektifiziertes Praestationsregister: »Bauerschaft Senne, Contributionsnr. 2, Ubbelohde, Stehende Geldrente: 1 Thlr. Markengeld: 2 Thlr., 12 gr., 12 Pf. Sterbfall und Weinkauf von Eigenbehörigen: 6 Thlr., 20 gr., 11 Pf. 8 Hühner, Dienste: 56 mit 2 Pferden: 7 Thlr., 18 gr., 8 Pf. Hof-Holtz: 1 Fuder. Hofstroh: 4 Garben, Fette Schweine: 1«[25]
1773 Contributionsregister: »Bauerschaft Senne, Vogtey Brackwede, Amts Sparrenberg, Contributions Nummer 2, Nahme des Contribuenten: Ubbelohde, Soll geben an Contribution: 32 Rthlr., 12 ggr. Summa Contribution incl. Zuschlags Gelder in 11 Monaten: 29 Rthlr., 19 ggr., also monatlich 2 Rthlr., 17 ggr. Cavallerie Geld in 12 Monaten: 14 Rthlr., 13 ggr., also monatlich 1 Rthlr., 5 ggr., 1 pf.«[26]
1775 Markenteilung: »Ubbelode dem König eigen, hinter dem Lippstädter Wege sub Nr. 2, 43 Morgen, 84 Ruten«
1808– 1810 Prästationsregister der Vogtei Brackwede: »Senne, No. 2: Ubbelode, amtseigen. Markengeld: 3 Thlr., 10 gr., 2 Pf. Sterbfall und Weinkauf: 6 Thlr., 20 gr., 11 Pf. 1 Fuder Hofholz: 1 Thlr. 4 Garben Hofstroh: 1 gr., 2 2/3 Pf. 12 Hühner: 1 Thlr., 2 gr. Dienstgeld: 7 Thlr., 18 gr., 8 Pf. Holzfuhrengeld: 1 Thlr. Summe pro 1808: 21 Thlr., 8 gr.«[28]
1821 Eintrag im Grund- und Hypothekenbuch Senne I: »Der Colonus Arnold Reinhard Ubbelode hat das Colonat seines verstorbenen Vaters und Vorbesitzers, Henrich Hermann Ubbelode, übertragen erhalten, und ist für ihn, auf den Grund der darüber bei dem vormaligen Amte Brackwede am 6ten December 1805 aufgenommenen und bestätigten Verschreibung, Titulus possessionis eingetragen ex decreto de 6. Januar 1821.«[31]
1825 Urkataster: »Obbelode Ernst Heinrich, Anerbe (geb. Scherpel)«
1830 Eintrag im Grund- und Hypothekenbuch Senne I: »Der Ernst Heinrich Ubbelode geborner Scherpel und dessen Ehefrau Hanne Henriette Ubbelode haben das Colonat von den Eltern der letzern Eheleute Arnold Reinhard und Catharine Marie Ubbelode nach einer von dem hiesigen Land und Stadtgerichte am 7ten May 1824 aufgenommenen, am 6ten Juny 1828 gutsherrlich bestätigten Verschreibung, übereignet erhalten, und ist der Brautschatz für die Geschwister der Ehefrau Ubbelode durch die gerichtliche Verhandlung de 26 Januar 1826 bestimmt worden, daher mit Eintragung des tituli possessionis verfahren ist ex decreto vom 16ten Juny 1830.«[31]
1857 Schadensanzeige: »Am 28. Febr. ist das Töpfer-Gebäude des Colon Obbelode № 2 zu Senne I, welches bei der Aachen-Münchener Feuer-Sozietät zu 600 Rth. versichert war, abgebrannt.«
1866 Eintrag im Grund- und Hypothekenbuch Senne I: »Colon Hermann Heinrich Wellmann N. 9 zu Bockel hat die Besitzung laut Contracts vom 11 und 12 Septbr. 1857 von dem Colon Scherpel genannt Obbelode mit anderen Grundstücken und mit einem Mobiliar Vermögen für 18.000 Thaler gekauft […] Auf Grund der […] Contracte ist der Besitztitel für berichtigt angenommen, und eingetragen zufolge Verfügung vom 12 Mai 1866.«[31]
1866 Der verschuldete Hof wird am 19. Februar 1866 versteigert.
1867 Mutterrolle: »Heidbrink Karl, Viehhändler, durch Ankauf nach Zwangsversteigerung«
1908 Mutterrolle: »Flaßkämper Adolf, aus Gadderbaum, durch Ankauf für 36.000 Mark«
1964 Liegenschaftsbuch: »Schüßler Martin und Ehefrau Irmgard, geb. Krullmann, Nichte der Frau Flaßkämper«

Besitzer- und Erbfolge des Hofes Ubbelohde, Senne I № 2

Mitte des 19. Jahrhunderts geriet der damalige Besitzer in finanzielle Schwie­rig­kei­ten und der Hof musste verkauft werden. Bei einer Versteigerung wurde die Besitzung, einst einer der größten Sennehöfe, auf 27 Bewerber aufgeteilt. Der Resthof mit dem großen Bauernhaus gelangte im Jahr 1867 in den Besitz der Familie Heidbrink. Um 1908 ging der Hof in den Besitz von Adolf Flaßkämper über. Seit 1964 wird der Hof von Familie Schüßler landwirtschaftlich als Nebenerwerbsstelle genutzt.

Straßenschild mit Oblohs Heide in benachbarter Siedlung Straßenschild mit Obelodenfeldweg in der Nachbarschaft des Hofes

In der unmittelbaren Umgebung des Hofes im heutigen Senner-I-Ortsteil Wind­flöte tragen zwei Straßen ebenfalls den Namen: Obelodenfeldweg in unmittelbarer Nähe des Hofes und Oblohs Heide in einer neueren Wohnsiedlung, die auf der ehemaligen Heidefläche gebaut wurde.

Bielefeld

Im Gegensatz zu den ländlichen Orten Senne, Sende und Gütersloh-Blankenhagen erscheint der Name Ubbelohde erstmals im Jahr 1513 in einer Urkunde der Stadt Bielefeld. Diese städtische Linie ging wohl aus einem weichenden Erben des bäuerlichen Senner Stammhofes im Zeitraum des 15. Jahrhunderts hervor. Aus diesem Bielefelder Zweig entwickelte sich eine aristokratische Linie, die sich um 1700 in den Magdeburger- und Hannoveraner Bereich verzweigte und bis heute in Deutschland und den USA weiterlebt.

Chronologische Dokumentation der Bielefelder Ubbelohde-Linie

Jahr Historische Fundstelle
1513 Urkunden des Neustädter Herrarchivs zu Bielefeld: »Lambert Kock und seine Frau Gese verkaufen dem Ludeke Rethag, Besitzer des Lehens St. Petri + Pauli eine Rente von ½ Gg. auf ihr Haus und Grundstück in der Neustadt, zwischen den Häusern der Henselinschen und des Bernt Budden. Rückschrift: Grete Ubbelaw 1568.«
ca. 1590 Tagebuch Engelbrecht: »Grethen Ubbennloe : ½ Tlr Jährlich an Benef. S. Martini, Petri und Pauli (Pastor Neustadt).«
1579 St. Maria Akten: »Johan Ubbenlou: Einnahme von Gartenzins, 12 Mark + 3 Mark Weinkauf«
1597 Reichskammergericht (RKG): »Zeugenverhör 21.8.1597: Zeuge Henrich Ubbenlohe, an die 55 J. alt, Steinhauer, *[ca. 1542] Bielefeld, habe in der Jugend auf sein Handwerk gewandert
1626– 1680 Jobst Henrich Ubbelohde, ist Ratsherr und Richter im Obergericht Bielefeld
1626: geboren am 11.8.1626 in Bielefeld
1652: Matrikel Jena: »immatrikuliert im Sommersemester 1652, aus Bielefeld«
1655: »Justus Heinrich Ubbelohde, aus Bielefeld, Disputatio juridical inaurugalis de executione, Jena 13.10.1655«
1656: Heiratet in St. Jacobi, Bielefeld, Mettel Margarethe Consbruch aus Enger, * ca. 1630, + 17.3.1693, Tochter des Amtsschreibers zum Sparrenberg Theodor Consbruch.
1666–1680: Richter in Bielefeld
1680: Kirchenbuch Bielefeld-Neustadt: »gestorben am 7.9.1680, Jost Henrich U., Richter, 55 Jahre«
1657– 1711 Albrecht Dietrich Ubbelohde, Sohn des Jobst Henrich Ubbelohde
1657: getauft am 24.4.1657 in Bielefeld-Altstadt
1694: Wolf Ernst Aleman, Commisionssecretarius und Amtsschreiber zu Sparrenberg, Herausgeber und Schreiber der Ravensberger Collectaneen: »1694 Verwalter des Gogerichts: De dato Cölln a.d. Spree 11.3.1694. Seine Churfürstl. Durchlaucht verordnet, dass weil sie noch zur Zeit eben der […] einen Verwalter wieder zu bestellen, so sollte der bielfeldische Stadtrichter u. Assessor Albert Diedrich Ubbelohde, […]«
1680–1697: Stadtrichter, stellvertretender Verwalter am Gohgericht ab 1692, später Verwalter, oo 1687 Catharina Elisabeth Nifanius, * ca. 1660, + 25.7.1725, Tochter des Bielefelder Superintendenten Lic. theol. Christian Nifanius
1690: Albert Diederich wurde von den Preussen seines Amtes als Ratsherr enthoben.
1711: gestorben am 7.7.1711 in Bielefeld
1659– 1716 Jobst-Hinrich Ubbelohde, Sohn des Jobst Henrich Ubbelohde, war Preußischer Artillerieleutnant auf der Bielefelder Sparrenburg
1692: heiratet am 4.11.1692 in Bielefeld-Neustadt Johanna Catharina Homachus, ~ 09.07.1678, Tochter des Constable Michael Homachus aus Bielefeld.
Um 1700: wurde nach Magdeburg versetzt und ist der Stammvater aller heutigen Nachkommen mit dem Namen Ubbelohde in dieser Schreibweise.

Ahnenfolge der Bielefelder Linie

Mit Johann Albrecht Ubbelode und seinen beiden Geschwistern Ernst Adolf und Peter Henrich, die allesamt nach Magdeburg siedelten, ist seit dem 18. Jahrhundert der Name Ubbelohde in Bielefeld nicht mehr anzutreffen. Alle weiteren Nach­kommen dieses Geschlechtes entstammen der Magde­burger/Hannovera­ner Linie und werden hier nicht weiter betrachtet. Es existiert eine detaillierte Chronik der Familie Ubbelohde, siehe[29].

Sende

In der Bauerschaft Sende, Graf­schaft Riet­berg existierte bereits im Jahr 1584 ein Hof Obbenlohe. Der Besitzer der Stätte wird in der historischen Urkunde wie folgt genannt[30]:

Zuschlag für neue Stätte: Johan Obbenlohe, 1 Orth und ½ Orth.

Der Hof lag im heutigen Gemeindegebiet von Schloss-Holte Stukenbrock und hatte ursprünglich die Nummer 65. Der Name entwickelte sich später zu Obbelöer oder Ubbelöher. Von diesem Zweitägercolonat[34] bestand eine grundherrliche Abhängigkeit zum Grafen von Rietberg.

Lage des Hofes Obelöer im Kartenbild der Preußischen Uraufnahme von 1837
Im Ausschnitt der Preußischen Uraufnahme von 1837 ist im Bereich der Bauerschaft von Senne 2 der Hof Obelöer zu finden.[33]
Jahr Historische Fundstelle
1585 Schatzregister: Obbenlohe Johann, ½ Thaler
Meibede [Meibede oder Maibede: am Maitag (1.5.) fällige Zahlung]: Johann Ubbelohe, 1 Ordt
1587 Schatzregister: Johan Ubbenlohe, 1 Thaler
1592 Meibede: Johann Ubbenlohe, 1 Orth
1594 Meibede: Johann Ubbenlohe, 1 Orth
Schatzregister: Johan Ubbenloh, 1 Thaler
1595 Schatzregister: Johan Ubbenlohe, 1 Thaler
1596 Schatzregister: Johann Ubbenlohe, 1 Thaler
1600 Schatzregister: Johan Ubbenlohe, ½ Thaler
1601 Zuschlag für Ubbelöher: 3 Schilling
1604 Schatzregister: Ubbenlohe, 1 Thaler, 1 ½ Thaler
Zuschlag für Ubbelohe: 3 Schilling
1605 Willköm: Ubbelohe, ½ Thaler ½ Ortthaler
1610 Beyschatz: Ubbenlohe ½ Thaler u. ½ Ortthaler
Meibede: Johan Ubbelöher, 1 Schilling
1614 Haferabgabe: Peter Ubbelöher, 1 Schilling
1649 Zuschlag und neue Pächte: 5 Schilling, 3 Pfennig
1677 Viehschatz: Obbenlöer hat 1 Pferd, 3 Stoppen [Jungpferd, Fohlen], 5 Kühe, 4 Rinder; er zahlt dafür zusammen 159 Mgr.[Mariengroschen] bzw. 4 Thaler 15 Mgr. [Schlüssel: Pferd 27 Mgr., Stoppen 13 ½ Mgr., Kuh 13 ½ Mgr., Rind 6 Mgr., Schwein 3 Mgr., Schaf 2 Mgr.]
1682 Viehschatz: der Zweytäger Ubbenlöher hat 2 Pferde, 1 Stoppen, 6 Kühe, 3 Rinder, 1 Schwein; er zahlt dafür zusammen 169 ½ Mgr. bzw. 4 Thaler 25 ½ Mgr.
1686 Viehschatz: Ubbenlöher hat den gleichen Viehstand wie 1682 und zahlt auch die gleichen Abgaben (4 Thaler 25 ½ Mgr.)
1687 Viehschatz: Ubbenlöer hat 2 Pferde, 4 Kühe, 4 Rinder; er zahlt dafür zusammen 126 Mgr. bzw. 3 Thaler 18 Mgr. [Schlüssel, neu: Rind 4 ½ Mgr., Schaf 1 ½ Mgr.)
1688 Viehschatz: Ubbenlöher hat 2 Pferde, 5 Kühe, 4 Rinder; er zahlt dafür zusammen 139 ½ Mgr. bzw. 3 Thaler 31 ½ Mgr. [Schlüssel, neu: Schaf 0 Mgr.]
1688 Collectanea Ravensbergensia (Ravensberger Erzählungen) von Wolff Ernst Alemann[35], die Schnatbeschreibung[36] der Heepersenne lautet: »Die Menkhauser Bache fället bis an die Menkhauser Mühle, bis unter Dalkmanns Hofe. Die Schnat läuft bis zur Grafschaft Rietberg an sogenanntem Bache bis an das Floßwerk, nahe an Ubbelohden Hofe. Von da gehöret eine kleine Schnat zu einem kleineren Weg über die Heide durch Ubbelohden Wiese und über Nagels Dieks Damm, wo ein Schnatstein gestanden, welcher jetzt mit Sande bedeckt. Von hier geht ein Weg über die Heide, wo noch zwei Schnatsteine stehen, deren einer zugeflossen. Der andere ist ohnweit der Linnenbrüggen am Fahrwasser. Die Schnat gehet weiter über Linnenbrüggers Hof hinter dem Backhause her auf Freitagsmühle zu, woselbst auf einem Hügel ein Schnatstein gestanden. Einige wollen die Bache für die Schnat halten. Die Grenzen gehen weiter über Tillmanns Hof, wo hinter dem Backhaus so ein Schnatstein vorhanden, durch Tillmans Stroth bis auf Tillmans Dieksdamm. Gegen Süden, Südwesten und Westen grenzt sie an die Grafschaft Rietberg, an das Wiedenbrücksche, wie auch an die Vogtei Brackwede, aber auch mancherlei ungewiß ist.«
1689 Viehschatz: Ubbenlöher hat 2 Pferde, 1 Stoppen, 4 Kühe, 3 Rinder, 2 Schweine; er zahlt dafür zusammen 141 Mgr. bzw. 3 Thaler 33 Mgr.
1690 Viehschatz: Ubbenlöher hat 1 Pferd, 1 Stoppen, 3 Kühe, 3 Rinder; er zahlt dafür zusammen 94 ½ Mgr. bzw. 2 Thaler 22 ½ Mgr.
1691 Viehschatz: Zustand wie 1690; Ubbelöher zahlt wieder 2 Thaler 22 ½ Mgr.
1692 Viehschatz: Ubbenlohe hat 1 Pferd, 1 Stoppen, 4 Kühe, 3 Rinder; er zahlt dafür zusammen 108 Mgr. bzw. 3 Thaler.
1693 Viehschatz: Ubbenlohe hat den gleichen Bestand wie im Vorjahr; er zahlt wieder 3 Thaler.
1693 Kopfschatz: das Zweytägercolonat Ubbenlohe zahlt für 1 Frau 1 ¼ Thaler, 3 Söhne 1 ½ Thaler, 1 Tochter ¼ Thaler; zusammen also 108 Mgr. bzw. 3 Thaler.
1694 Viehschatz: Ubbenlöher hat 1 Pferd, 1 Stoppen, 4 Kühe, 3 Rinder, 1 Schwein; er zahlt dafür zusammen 111 Mgr. bzw. 3 Thaler 3 Mgr.
1695 Viehschatz: Zweytäger Ubbenloher hat 2 Pferde, 5 Kühe, 4 Rinder, 2 Schweine; er zahlt dafür zusammen 145 ½ Mgr. bzw. 4 Thaler 1 ½ Mgr.
1696 Viehschatz: Ubbenloher hat 2 Pferde, 4 Kühe, 3 Rinder; er zahlt dafür zusammen 121 ½ Mgr. bzw. 3 Thaler 1 ½ Ortthaler.
1699 Viehschatz: Zweytäger Ubbenlöher hat 2 Pferde, 1 Stoppen, 4 Kühe, 3 Rinder, 2 Schweine; er zahlt dafür zusammen 141 Mgr. bzw. 3 Thaler 33 Mgr.
1702– 1711/12 Sammelurkunde: Ubbelohe zahlt jährlich 2 Thaler Osterdienstgeld, 2 Thaler Michaelidienstgeld, 1 Mgr. Herbstpacht [Herbstpacht oder Herbstpfachte: Pacht zu Martini zahlbar, also am 10. November.] und 1 ½ Mgr. Zuschlagsgeld.
1704 Viehschatz: Ubbenlöher hat 2 Pferde, 5 Kühe, 3 Rinder; er zahlt dafür zusammen 135 Mgr. bzw. 3 Thaler 27 Mgr. oder 3 ¼ Thaler.
1706 Kopfschatz: das Zweytäger Ubbenlöher zahlt für 1 Mann 90 Mgr., 1 Sohn 18 Mgr., 1 Magd 12 Mgr., 1 halbe Magd [Kleinmagd] 6 Mgr.; zusammen also 3 ½ Thaler (126 Mgr.).
1709 Kopfschatz: Wie 1706, gleicher Personenstand und gleiche Abgaben (3 ½ Thaler).
1714 Kopfschatz: Zweytäger Ubbenlöher zahlt für 1 Mann 90 Mgr., 1 Sohn 18 Mgr., 1 Tochter 9 Mgr., 1 Magd 12 Mgr.; zusammen also 129 Mgr. bzw. 3 Thaler 21 Mgr.
1723 Beiliegerkopfschatz [Beilieger oder Beyligger: ist ein Hüsselte oder Heuerling im 17. Jahrhundert] (½): Jacob bey Obbelöher und Frau haben wegen Armuts Nachlaß.
1728 Viehschatz: Ubbelöher hat 1 Pferd, 1 Stoppen, 3 Kühe, 5 Rinder, 2 Schweine; er zahlt dafür zusammen 109 ½ Mgr. bzw. 3 Thaler 1 ½ Mgr.
1734 Beiliegerkopfschatz: Beilieger Jacob bey Obbelöher für 2 Personen 1 ½ Thaler.
1739 Kopfschatz (½): Zweytäger Ubbelöher zahlt für 1 Mann 45 Mgr., 1 Frau 22 ½ Mgr., 1 Sohn 9 Mgr., 1 Knecht 12 Mgr., 1 halbe Magd 3 Mgr., 1 Beiliegerin 9 Mgr.; zusammen also 118 ½ Mgr. bzw. 3 Thaler 10 ½ Mgr.
1746 Geschenkeinziehung für den Landesherrn Graf Wenzel Anton von Kaunitz-Rietberg bei einem Besuche seiner Grafschaft Rietberg: Zweytäger Ubbelöher 1 ½ Thaler.
1749 Zuschlag für Hofplatz bey Ubbelöher: 1 Thaler 9 Schilling bzw. Mgr. und 10 ½ Thaler Weinkauf ( = 1 ¼ Th. + 10 ½ Th. gibt 11 ¾ Thaler)
1750 Voll- und Beyschatz: Übbelöher 2 ½ Thaler + 1 ¼ Thaler = 3 ¾Thaler.
1755 Kopfschatz (½): Zweytäger Ubbelöher zahlt für 1 Mann 45 Mgr, 1 Frau 22 ½ Mgr., 1 halben Knecht 6 Mgr.; zusammen also 73 ½ Mgr. bzw. 2 Thaler 1 ½ Mgr.
1773 Kirchentaufe in St. Anna, Verl: Obelöer neben den Zweytägern Cammertöns und Öster Winter.
1800 Schatzgeld p. a.: Obbelöher 9 Thaler 1 Mgr. 6 Pfennige

Hausinschriften

Inschrift im Torbalken eines Kottens, der wohl die Leibzucht gewesen ist.

IM NAMEN GOTTES HABEN DIS HAUS LASEN BAUEN JOSTHERMEN KLASFANSEN UND ANNA CATRINA TELLENBROCK DATO D 7 DECEMBER 1756

Vom ehemaligen Wohnhaus ist ein verrotteter Torbalken im Abfallholz gefunden worden, auf dem lediglich noch die Jahreszahl 1669 zu entziffern war.

Weitere Daten des Hofes Sende № 65

Besitzer- und Erbfolge des Hofes Sende № 65[30][37]

Gütersloh-Blankenhagen

Hof Obloh, Blankenhagen № 19

Lage des Hofes Obloh in Blankenhagen im Kartenbild der Gütersloher Katasterkarte von 1822
Ausschnitt der Gütersloher Katasterkarte mir Darstelllung der Besitzverhältnisse um 1825 in der Bauerschaft Blankenhagen, die u. a. den Hof Obloh, Blankenhagen № 19 zeigt. In der Legende dieser Karte ist als Besitzer Eberhard Henrich Obloh eingetragen; der Hof hatte eine Fläche von 46 Morgen.[32]

Als weitere Quelle ist in Blankenhagen bei Gütersloh ein Kotten Ubbenloer dokumentiert. Bedeutung Blankenhagen: blank – ohne Baumbestand, hagen – Wall an der Grenze zwischen der Herrschaft Rheda und der Grafschaft Ravensberg. Von dem Hof Blankenhagen Nr. 19, Ubbenloer existiert eine dokumentierte Erbfolge des Hinrich zum Obbelohden (eine andere Schreibweise ist Ubbelau oder Uebbelau), geboren im Jahr 1611, dessen Nachfahren dann später (ca. ab 1800) in den heute ebenfalls noch existierenden Namen Obloh übergehen.

Chronologische Dokumentation des Hofes Ubbenloer

Jahr Historische Fundstelle
1551 »Burschap Blankenhagen, Debit 1 Horne Gulden, Ubbenloer van eynen niggen Toslage to Rede 1 Horne Gulden [Schuld 1 hornsche Gulden, Ubbenloer von einem neuen Zuschlag zu Rede, Hornschergulden (hornschen Gulden), auch Horneken; Münzprägung des Bischofs von Lüttich]«.
1631– 1633 Kriegs-Contribution, Rechnung der Herrschaft Rheda von 1631–1633: »Baur Blankenhagen, Contibution des Hofes Uebbeloer, Anfangend im Junio des 1631 und endigend im Martio des 1633 […] Heinrich zum Obeloden«
1822 Gütersloh und seine Bauerschaften im Kartenbild um 1822: Eine historische Darstellung der Kulturlandschaft, des Besitzstandes und der Flurnamen. Darstellung des Obloh-Hofes, Blankenhagen № 19. In der Legende dieser Karte ist als Besitzer Eberhard Henrich Obloh eingetragen.

Erbfolge des Hinrich zum Obbelohden

Dies ist die Erbfolge über 6 Generationen als Übersicht; der jeweils jüngste Sohn ist Anerbe und bekommt den Hof.

Gütersloh-Pavenstädt

Lage des Hofes Löhrpabel in Pavenstädt im Kartenbild aus einer Katasterkarte um 1825
Ausschnitt aus einer Katasterkarte um 1825 von Gütersloh-Pavenstädt, der den Hof Löhrpabel, Pavenstädt № 13 zeigt. In der Legende dieser Karte ist als Besitzer Moritz Henrich Löhrpabel eingetragen. Der Hof hatte eine Fläche von 40 Morgen.[32]

Urkunden weisen auf einen Kotten Ubbenloer in Pavenstädt bei Gütersloh als weiteren Ursprungsort hin. Es wird die Stätte Pavenstädt № 13 »Loer-Pavel« sein. Pavel ist die alte Form des Vornamens Paul.

Verl

Im Kreis Gütersloh in Verl existiert eine weitere Fundstelle aus alter Zeit, zwar nicht als weitere Hofstätte, sondern als Inschrift in einem Balken der heute noch existie­rende Hofstätte Bürmann, Verl № 1. Im Innenraum des heute zur Gastwirt­schaft umgebauten historischen Hauses im Verler Ortskern direkt neben der Kirche befindet sich dieser Balken, der den (Zimmer-)Meister Johan Obenlod nennt, welcher das Haus 1586 erbaut hat. Die Herkunft dieses Johann Obenlod kann wegen fehlender Dokumente aus dieser Zeit nicht sicher bestimmt werden. Denkbar wäre eine Verbindung zum Hof Obbenlohde Sende Nr. 65, der im selben Zeitraum (1584) bekundet ist, oder zum Stammhof Senne I Nr. 2, der ebenfalls eine Jahreszahl (1582) aus derselben Periode trägt.

Balkeninschrift im Hof Bürmann in Verl mit Nennung des Baumeisters Obenlod im Jahr 1586
Balkeninschrift im Innern des Hofes Bürmann, Verl Nr. 1: ANNO DOMINI 1586 MEISTER JOHAN OBENLOD.[40]

Abkürzungen, Erläuterungen